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N°763 + INFO
Name
Bahnhof und Bahninfrastruktur Wipkingen
Ort
Zürich
Jahr
2018 - 2025
Kategorie
Offerte
Auftraggeber
SBB
Fotos

©Giulia & Hermes Killer

Beschreibung

Der Bahnhof Zürich Wipkingen wird vom Zürcher Hauptbahnhof über den Wipkinger Viadukt und von Oerlikon über den Wipkingertunnel erschlossen. Bahnhof, Viadukt und Tunnel werden instand gesetzt, um den neuen bahntechnischen Sicherheitsanforderungen zu entsprechen. Das Projekt schafft einen permeablen, offenen und barrierefreien Mobilitätsknoten, der sich in die netzartige Durchwegung des Quartiers einfügt. Die Interventionen schaffen klare, einladende Zugänge, verbessern die Aufenthaltsqualität und setzen mit präzisen architektonischen Massnahmen ein sichtbares Zeichen im Stadtraum.

Sanierung und Anpassung des Wipkinger Viadukts
Der denkmalgeschützte Wipkinger Viadukt (1892–93) wird instand gesetzt. Die Massnahme umfasst die Sanierung des Mauerwerks und der Stahlfachwerkbrücken sowie Anpassungen zur Erfüllung heutiger bahntechnischer Anforderungen – insbesondere Lichtraumprofil und Gleisachsabstand von 3,80 m. Dafür wird ein innenliegender Schottertrog mit seitlichen Auskragungen aus Ultra-Hochleistungs-Faserbeton (UHFB) eingepasst. Diese schlanke Bauweise sichert die Profilfreiheit, ohne den historischen Charakter des Bauwerks zu beeinträchtigen.

Neugestaltung der Perrons
Das bestehende Mittelperron wird durch zwei Aussenperrons mit 310 m Länge ersetzt, die als linienförmige Betonkörper auf dem künstlichen Damm aufgesetzt werden. Die Horizontalität wird durch ein durchgehendes Geländer betont, während regelmässig platzierte Fahrleitungs- und Dachstützen den Bahnhof vertikal rhythmisieren. Das 260 m lange Perrondach, das Kundencenter, Informationsstelen, Sitzbänke und weitere Ausstattungselemente sind in einem einheitlichen Gestaltungskonzept in schwarzem Stahl zusammengefasst. Neue Lifte und Treppen am Hauptzugang Nordbrücke sowie barrierefreie Nebenzugänge – unter anderem über die Personenunterführung Süd und Rampen zur Rousseaustrasse – gewährleisten den hindernisfreien Zugang und verbessern die Durchlässigkeit ins Quartier. Im Bereich der Nordbrücke weiten sich die Baukörper für den Bahnhofszugang auf.

Erweiterung der Nordbrücke als Mobilitätsdrehscheibe
Ein grosszügiges Dach verbindet die Bushaltestelle auf Stadtebene mit dem Bahnhof. Je ein Lift und ein parallel zur Perronanlage geführter Treppenaufgang erschliessen die Perrons von der verbreiterten Nordbrücke aus und schaffen intuitive, direkte Wege für die Passagiere. Neben seiner Funktion als Witterungsschutz dient das Dach zugleich als architektonisches Zeichen des Bahnhofs im Stadtraum und macht die Brücke zu einem klar erkennbaren Umsteigepunkt zwischen Bahn und Bus.

Die auf den Liftkernen abgestützte Stahlkonstruktion misst 19,55 m in der Länge, kragt 8,30 m aus und ist 1,80 m hoch. Ihre Dimensionen schaffen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Liftschächten, Dachkörper und Stadtraum. Der Rhythmus der Tragstruktur bestimmt die Abmessungen der eloxierten Aluminiumrahmen mit Streckmetallpaneelen. Durch die zur Strassenseite orientierte Maschenöffnung wird die Hülle permeabel und die Tragstruktur bleibt als technisches Bauwerk sichtbar – so entsteht trotz grosser Spannweite ein leichtes und transparentes Dach, das Orientierung bietet und den Stadtraum mit der Infrastruktur verbindet.

Team

Architektur:
DÜRIG AG, Zürich
Giulia Augugliaro, Raphael Bösch, Marco Dal Toso, Jean-Pierre Dürig, Denis Ferré, Tobias Kobelt Tobias Noe

Generalplaner:
IG WIKI (A. Aegerter & Dr. O. Bosshardt AG, Basel; AFRY Schweiz AG, Zürich)